10 Übungen für wertschätzende und gewaltfreie Kommunikation – sofort anwendbar
Auf einen Blick: Wertschätzend und gewaltfrei kommunizieren ist eine trainierbare Fähigkeit, keine Charaktereigenschaft. Dieser Artikel liefert 10 konkrete Übungen: 5 für die persönliche Kommunikation (Wahrnehmung, Anerkennung, Emotionsregulation, Fokus, Selbstwertschätzung) und 5 für das Team (Wertschätzungswand, Empathy Mapping, aktives Zuhören mit Rollentausch u.a.). Grundlage jeder Übung: Wer die eigene Haltung nicht kennt, kann sie nicht ändern.
In einem meiner Kommunikationstrainings zeige ich einer Führungsrunde eine kurze Gesprächsaufzeichnung: Zwei Kolleginnen klären eine Deadline, sachlich korrekt, effizient. „Was habt ihr gerade beobachtet?”, frage ich. Kurze Pause. Dann sagt jemand: „Die mögen sich nicht.”
Dabei hatten beide das Beste im Sinn. Das Problem lag nicht im Inhalt. Es lag in der Haltung. Genau hier trennt sich die Sachebene von der Beziehungsebene: Die Worte stimmten, der Ton darunter nicht.
Oft ist schnelle Kommunikation eine Kombination aus liebloser und ineffizienter Kommunikation.
Michael Katzmann
Schnelle Kommunikation beschränkt sich auf die reine Informationsvermittlung und vernachlässigt unser Bedürfnis nach Authentizität. Wir sind emotionale Menschen, die eine gute Gesprächsführung schätzen, keine Roboter.
In diesem Beitrag bekommst du 10 Übungen für wertschätzende Kommunikation: fünf, um an deiner eigenen Haltung zu arbeiten, und fünf, um mehr Wertschätzung im Team zu fördern. Konkrete Formulierungen dazu findest du in meinen 11 Beispielen für wertschätzende Kommunikation; wer erst klären will, was der Begriff genau meint, liest die Wertschätzung Definition.
Ob du die Übungen machst, bleibt dir überlassen. Nach unzähligen Executive Coachings, Führungskräftetrainings und Kommunikationstrainings kann ich ihre Wirkung eindeutig bestätigen.
Kurze Einführung in die wertschätzende Kommunikation
Wertschätzende Kommunikation ist die Fähigkeit, andere so anzusprechen, dass sie sich gesehen fühlen, ohne dass du dich verbiegst. Sie beruht auf Empathie, Respekt und einer ehrlichen Haltung. Anders als reine Höflichkeit meint sie echtes Interesse: Du nimmst die Gefühle deines Gegenübers ernst und bleibst zugleich dir selbst treu.
Sie bedeutet auch, authentisch zu kommunizieren und Grenzen zu setzen, ohne den anderen zu verletzen. Wer tiefer einsteigen will, findet das in wertfrei kommunizieren und den 14 wertschätzenden Führungsinstrumenten.
Eine Grundvoraussetzung dafür ist emotionale Intelligenz: die eigenen Gefühle und die des Gegenübers richtig zu deuten. Daniel Goleman hat dieses Konzept weltweit als Standard für gute Führung etabliert. Am Ende geht es darum, Emotionen korrekt zu benennen und so auszudrücken, dass die Sprache Menschen verbindet.
Aus meiner Erfahrung sind wir dabei oft unser eigenes größtes Hindernis. Wir projizieren eigene Unsicherheiten auf andere und nehmen an, nicht wertgeschätzt zu werden, obwohl das gar nicht die Absicht des anderen ist. Wir hören zu, während wir schon an unsere Antwort denken, und übersehen die Nuancen. Und wir trauen uns oft nicht, ehrlich zu sein und Grenzen zu setzen, aus Angst vor Ablehnung. Genau diese Muster machen die folgenden Übungen sichtbar und veränderbar.
Unterschied zwischen Gewaltfreier Kommunikation (GFK) und Wertschätzender Kommunikation
GFK und wertschätzende Kommunikation sind nicht dasselbe: Die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg ist die Technik mit vier Schritten, die wertschätzende Kommunikation ist die Haltung dahinter. Beide wollen verbindend statt verletzend sprechen, die eine über einen festen Prozess, die andere über echtes Interesse am Gegenüber.
Die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation
Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg ist ein wirksamer Ansatz, um Konflikte zu lösen und Verständnis aufzubauen. Sie besteht aus vier Schritten:
- Beobachtung,
- Gefühl,
- Bedürfnis und
- Bitte.
Wichtig ist, dass jeder Schritt ohne Bewertung oder Verurteilung, also wertfrei geschieht. Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Selbst-Einfühlung: Bevor echte Einfühlung gegenüber anderen möglich ist, braucht es Einfühlung sich selbst gegenüber. Wer die eigenen Bedürfnisse und Gefühle kennt, kommuniziert verbindend statt verletzend.
Die ausführliche Gegenüberstellung beider Ansätze mit konkreten Beispielen findest du in wertfrei kommunizieren und in den Beispielen für wertschätzende Kommunikation.
Das Herzstück der wertschätzenden Kommunikation
Im Mittelpunkt steht die Haltung des gegenseitigen Respekts, eine Haltung, die immer auf Augenhöhe begegnet. Es geht darum, dem anderen zuzuhören und seine eigenen Gedanken und Gefühle ernst zu nehmen.
Der Kern ist für mich der Aufbau einer authentischen Beziehung zu sich selbst und seinen Gefühlen und das Leben dieser Beziehung in Wertschätzung, wenn möglich in Liebe.
Michael Katzmann
Wir kommunizieren oft aus unserer eigenen Verletzlichkeit heraus, die ihren Ursprung in unverarbeiteten Gefühlen hat. Sie verhindert eine tiefere Verbindung zu anderen. Deshalb gilt: Verbindung vor Lösung. Erst wenn wir uns selbst und anderen mit Mitgefühl begegnen, entsteht der Raum für gemeinsames Wachstum.
Die 10 besten Übungen mit Beispielen für eine wertschätzende Kommunikation
Wertschätzende Kommunikation übst du in zwei Richtungen: fünf Übungen für die eigene Haltung, fünf für das Team. Sie wirken, weil Wertschätzung keine Technik ist, die man aufsetzt, sondern eine Haltung, die man trainiert. Wer bei sich selbst anfängt, verändert das Gespräch, bevor er ein einziges Wort anders sagt.
Der Körper zeigt unsere wahren Gefühle. Unbewusst merkt jeder, ob wir eine wertschätzende Haltung einnehmen oder nur so tun. Julia Lohrmann und Anette Kiefer beschreiben in Planet Wissen, dass 95 Prozent des ersten Eindrucks aus Haltung, Gestik, Mimik und Stimme kommen, und nur fünf Prozent aus den Worten selbst. Deshalb beginnt der erste Schritt zu wertschätzender Kommunikation als Reise in die eigene innere Welt.
5 Übungen zur Verbesserung der persönlichen wertschätzenden Kommunikation
Als Coach und Trainer gebe ich meinen Klienten Werkzeuge an die Hand, um ihre Führungs- und Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern. Entscheidend ist dabei die innere Haltung. Die folgenden fünf Übungen sind ein guter Anfang:
- Was gefällt mir an meinem Gegenüber?
- Anerkennung geben
- Emotionen regulieren
- Fokus einstellen
- Selbstwertschätzung üben
1. Was gefällt mir an meinem Gegenüber?
Um auch mit „schwierigen Menschen” eine positive Gesprächshaltung zu schaffen, ist die Frage „Was gefällt mir an meinem Gegenüber?” ein guter Einstieg. Es geht darum, mindestens 5, besser 10 positive Aspekte an einer Person zu finden: von äußeren Merkmalen bis zu Vorlieben und Stärken.
Ein Beispiel, wie ich es mir vorstelle (oder direkt im Gespräch mache):
- eine angenehme Stimme
- strahlt eine angenehme Wärme aus
- wirkt fleißig und ehrgeizig
- lächelt freundlich
- hat eine bewundernswerte aufrechte Haltung
- spricht in höchsten Tönen über die Kolleg*innen
- ist immer pünktlich
Je öfter du diese Übung machst, desto leichter fällt sie, bis du irgendwann automatisch eine wertschätzende Haltung einnimmst. Schöner Nebeneffekt: Bei Networking-Veranstaltungen hast du immer etwas zu sagen.
2. Anerkennung geben
Wir sind soziale Wesen und haben neben physischen auch psychische Grundbedürfnisse. Eine Trainerin hat es einmal treffend gesagt:
Das Wichtigste für einen Menschen ist es, mit allen Sinnen wahrgenommen zu werden.
Fast alle Menschen wollen ehrliche Anerkennung nicht bloß spüren, sie wollen sie hören. Die Betonung liegt auf ehrlich, sonst wirken wir nicht authentisch und nicht integer. Wenn du die erste Übung gemeistert hast und Dinge findest, die du schätzt, dann sprich sie aus.
Ein Impuls dazu: Manche Menschen können mit Komplimenten schlecht umgehen, weil sie selten welche bekommen haben. Hier lohnt es sich, dranzubleiben, damit dein Gegenüber Vertrauen in deine Wertschätzung aufbaut.
3. Emotionen regulieren
Wer gestresst, verärgert oder wütend ist, kann kaum wertschätzend kommunizieren. Wir sind dann zu sehr mit den eigenen Gefühlen beschäftigt, um eine wertschätzende Atmosphäre zu schaffen.
In meinen Kommunikationstrainings vermittle ich im Modul „In schwierigen Situationen kommunizieren” verschiedene Techniken zur Emotionsregulation. Eine effektive ist das Box Breathing: eine bestimmte Zeit einatmen, anhalten, ausatmen, wieder anhalten. So oft wiederholen, bis du dich klar und bereit für das nächste Gespräch fühlst.
4. Fokus einstellen
Wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken, das wird größer. Es füllt unsere Gedanken, unsere Stimmung, unsere Emotionen.
Energy flows where attention goes.
Milton Erickson
Eine beliebte Übung aus meinen Coachings dazu: Ich zeichne einen schwarzen Punkt auf ein weißes Blatt und frage, was die Teilnehmer sehen. 9 von 10 sagen: einen schwarzen Punkt. „Und die weiße Fläche?”
Die Übung zeigt, wie viel in unserem Leben gut läuft, das wir übersehen. Die Fokussierung beginnt mit einer einfachen Frage: „Wofür bin ich gerade dankbar?” oder „Was läuft gerade richtig gut?” Das schärft die Haltung und führt ganz nebenbei zu einem erfüllteren Leben.
5. Selbstwertschätzung üben
Oft können wir nur das geben, was in uns ist. Es ist schwer vorstellbar, einen schönen Tisch von jemandem zu bekommen, der noch nie geschreinert hat. Um wertschätzend zu kommunizieren, müssen wir die Fähigkeit der Wertschätzung zuerst uns selbst gegenüber verinnerlichen.
Aus meiner Erfahrung gelingt das nicht von einem Tag auf den anderen, sondern über einen langen Prozess. Ich empfehle, das Gehirn wie einen Muskel umzutrainieren. Die drei „Trainingsgeräte”, die fast in jedem Coaching dabei sind:
- Dankbarkeit aktiv jeden Tag niederschreiben.
- Negative Emotionen wirklich durchfühlen, statt sie zu unterdrücken.
- Offenheit und Neugier für alles, was wir erleben.
Am sinnvollsten ist es, offen mit Freunden oder Familie über dieses Thema zu sprechen. Ansonsten ist ein guter Coach Gold wert.
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5 Übungen und Beispiele für mehr Wertschätzung im Team
Wenn wir selbst anfangen, Wertschätzung in unsere Kommunikation einzubringen, machen andere oft gerne mit. Nicht umsonst lautet eine Grundregel der Führung:
Vorbild ist besser als Vorschrift.
Günther Baudenbacher
Die folgenden fünf Übungen sind erprobte Praxistipps für eine wertschätzende Teamkommunikation:
- Die Kraft der Wertschätzungswand
- Teamprojekte für emotionale Intelligenz (Teambuilding)
- Empathy Mapping (Empathie-Kartierung)
- Die Kunst der Wertschätzung
- Übung zum aktiven Zuhören mit Rollentausch
1. Die Kraft der Wertschätzungswand
- Ziel: Einen sichtbaren Ausdruck der Wertschätzung im Teamalltag schaffen.
- Durchführung: Etabliert eine Wand (physisch oder digital), auf der Lob und Anerkennung als Notizen geteilt werden.
- Effekt: Fördert ein positives Arbeitsklima und stärkt die Bindungen zwischen den Teammitgliedern.
2. Teamprojekte für emotionale Intelligenz (Teambuilding)
- Ziel: Emotionale Fähigkeiten wie Empathie und Selbstwahrnehmung im Team stärken.
- Durchführung: Projekte initiieren, die individuelle wie kollektive emotionale Fertigkeiten fördern.
- Effekt: Verbessert das Teamgefüge und die Kommunikation auf persönlicher Ebene.
3. Empathy Mapping (Empathie-Kartierung)
- Ziel: Ein tieferes Verständnis für die individuellen Erfahrungen im Team schaffen.
- Durchführung: Empathy Maps nutzen, um Gedanken und Gefühle sichtbar zu machen und zu besprechen.
- Effekt: Fördert empathische Kommunikation und stärkt den Zusammenhalt.
4. Die Kunst der Wertschätzung
- Ziel: Eine Kultur des Lobes und positiven Feedbacks etablieren.
- Durchführung: Regelmäßige Runden, in denen Teammitglieder Anerkennung austauschen.
- Effekt: Steigert das Selbstwertgefühl und trägt zu einer respektvollen Feedback-Kultur bei.
5. Übung zum aktiven Zuhören mit Rollentausch
- Ziel: Die Kommunikationskompetenz durch aktives Zuhören verbessern.
- Durchführung: Paarübungen, bei denen abwechselnd gesprochen und zugehört wird.
- Effekt: Fördert ein tiefes Verständnis für die Perspektive der anderen und schärft das eigene Zuhören.
Jede dieser Übungen baut an einer Kultur der Wertschätzung, die das Rückgrat jedes erfolgreichen Teams bildet.
Übung Kommunikation Missverständnisse. Drei Schritte für mehr Klarheit
Missverständnisse entstehen nicht am Inhalt, sondern an zwei Bruchstellen: dem Zuhören und dem eigenen Wahrnehmungsfilter. Du vermeidest sie in drei Schritten, indem du erst ungestört zuhörst, dann deine eigene Reaktion prüfst und zuletzt mit einer klärenden Frage absicherst, ob du wirklich verstanden hast, was gemeint war.
Schritt 1: Aktives Zuhören praktizieren
Ziel: Vollständig auf das Gesagte achten, ohne voreilig zu urteilen oder zu antworten.
Übung: Wähle eine Person aus deinem Umfeld und höre ihr fünf Minuten lang zu, ohne zu unterbrechen. Achte auf Körpersprache, Tonfall und Emotionen, und versuche, ganz einzutauchen, ohne schon an deine Antwort zu denken.
Schritt 2: Gefühle und Verständnis reflektieren
Ziel: Das Gehörte reflektieren und das eigene Verständnis überprüfen.
Übung: Notiere nach jedem wichtigen Gespräch, was du gehört und wie du dich dabei gefühlt hast. Welche Teile waren klar, bei welchen warst du unsicher? Das hilft dir, deine eigene Wahrnehmung besser zu verstehen.
Schritt 3: Klärende Fragen stellen
Ziel: Sicherstellen, dass du das Gesagte richtig verstanden hast.
Übung: Paraphrasiere das Gehörte mit eigenen Worten und frage: „Habe ich das richtig verstanden, dass…?” Achte darauf, dass deine Wiedergabe genau und neutral ist und deine Fragen offen formuliert sind, damit dein Gegenüber bestätigen oder korrigieren kann.
Lernmethoden und Übungen eines Kommunikationstrainings
Fußballspielen lernt man nicht aus Büchern oder Blogs. Wer in der persönlichen Kommunikation wirklich besser werden will, muss üben, üben, üben, am besten in einem echten Kommunikationstraining mit einem qualifizierten Trainer.
Dort wird in Kleingruppen geübt, Rollen werden getauscht, und die Teilnehmer erhalten direktes Feedback des Trainers. Bewährt haben sich vor allem:
- Rollenspiele und Simulationen: das Gelernte in realistischen Szenarien anwenden.
- Feedbackrunden: Feedback regelmäßig geben und annehmen.
- Reflexion: den eigenen Kommunikationsstil erkennen und schärfen.
Vertiefen kannst du das über eng verwandte Bausteine: die motivierende Gesprächsführung, die 14 wertschätzenden Führungsinstrumente und das Konfliktgespräch mit Mitarbeitern.
Gewaltfreie Kommunikation lernen funktioniert am besten schrittweise, nicht als Theorie, sondern in echter Kommunikation im Alltag. Ich empfehle einen klaren Rahmen: täglich fünf Minuten bewusste Reflexion, zum Beispiel die Frage „Welches Bedürfnis hat mich heute in einem Gespräch geleitet?” Das empathische Zurückspüren der eigenen Gefühle ist keine Schwäche, sondern die Grundlage empathischer Führung.
Fazit: Bedürfnis nach wertschätzender Kommunikation
Erinnerst du dich an die zwei Kolleginnen vom Anfang? Sachlich korrekt, effizient, und trotzdem hörte der Raum: „Die mögen sich nicht.” Genau darum geht es hier. Nicht um bessere Worte, sondern um die Haltung darunter.
Wertschätzende Kommunikation ist kein Talent, das die einen haben und die anderen nicht. Sie ist eine Fähigkeit, die du übst, eine Übung nach der anderen. Jürgen Habermas nannte gegenseitiges Verstehen die Grundlage jeder sinnvollen Kommunikation. Der Weg dahin beginnt nicht bei deinem Gegenüber, sondern bei dir: bei der Frage, welche Haltung du in dein nächstes Gespräch mitnimmst.
Fang mit einer Übung an. Diese Woche. Nicht mit allen zehn.
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Was sind gute Übungen für wertschätzende Kommunikation?
Bewährte Übungen sind: das bewusste Formulieren von Beobachtungen ohne Bewertung (was habe ich wirklich gesehen?), das tägliche Notieren von Momenten, in denen jemand Anerkennung verdient hätte (und sie dann auch zu äußern), sowie das Aktive-Zuhören-Training, bei dem man das Gesagte zurückspiegelt, bevor man antwortet. Alle drei Übungen lassen sich direkt im Führungsalltag integrieren.
Was ist der Unterschied zwischen gewaltfreier und wertschätzender Kommunikation?
Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg fokussiert auf das Vermeiden von verletzenden Ausdrucksweisen, weg von Vorwürfen, Urteilen und Forderungen. Wertschätzende Kommunikation geht einen Schritt weiter: Sie betont aktiv das Ausdrücken von Anerkennung, Interesse und Respekt. GFK ist die Technik, wertschätzende Kommunikation ist die Haltung dahinter. Beide zielen darauf ab, gewaltfrei zu sprechen, auf unterschiedlichen Wegen. Mehr dazu im Überblick: wertschätzende Kommunikation und Führung.
Wie lerne ich wertschätzend zu kommunizieren?
Wertschätzende Kommunikation lernt man nicht durch Lesen, sondern durch Tun. Der schnellste Einstieg: Eine Woche lang bewusst darauf achten, welche Sätze du automatisch sagst, und prüfen, ob sie eine Beobachtung oder eine Bewertung enthalten. Dann einen Satz pro Tag umformulieren. Nach zwei Wochen merken die meisten Menschen, wie sich ihre Gespräche verändern.
Welche Rolle spielt emotionale Intelligenz bei wertschätzender Kommunikation?
Wertschätzende Kommunikation setzt voraus, dass du deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse kennst. Das ist der Kern von emotionaler Intelligenz. Wer nicht wahrnimmt, was in ihm selbst vorgeht, kann auch nicht authentisch über Gefühle sprechen. Emotionale Selbstwahrnehmung ist damit die Voraussetzung für echte wertschätzende Kommunikation, keine optionale Zusatzfähigkeit.